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Christoph Strasser stellt 24h Rekord ein
Der österreichische Extremradsportler holte sich beim 24-Stunden Rennen in Schötz (CH) den 2. Platz hinter RAAM 2006-Sieger Daniel Wyss und stellte den österreichischen Rekord ein.
Auch ein Defekt konnte Christoph Strasser nicht stoppen
Am Wochenende von 4. – 5. August fand in der Schweiz das traditionelle 24 Stunden „World Cycle Race“ statt, welches heuer sein 15-jähriges Jubiläum feierte. Auf dem flachen, schnellen Kurs war der Lokalmatador Daniel Wyss, Sieger des Race Across America 2006, klarer Favorit. Doch auch der junge Österreicher Christoph Strasser machte sich nach seinen Erfolgen beim Glocknerman und dem Race Across The Alps berechtigte Hoffnungen auf ein Top-Resultat.
Das extrem hohe Renntempo auf der 9,9km langen Rundstrecke wurde von den schnellen Staffeln vorgegeben. Der Schnitt der Spitzengruppe in den ersten Studen betrug über 45km/h!. Bis zuletzt sollte sich das Tempo nur wenig verringern. Der Schnitt des Siegers Wyss betrug nach der Zieldurchfahrt stolze 40,77km/h.
Für eine gute Platzierung bei einem solchen Rennen spielen laut Christoph viele Faktoren eine Rolle, nicht nur der körperlichen Leistungsfähigkeit: „Ich benötige motivierte Betreuer, ein ideal abgestimmtes Ernährungskonzept mit genügend Kalorien und je nach Temperatur ausreichend Flüssigkeit. Auch Bekleidung, die ich während der Fahrt wechseln kann ist wichtig. Für Pannen muss ich zusätzlich noch mit Ersatzmaterial ausgestattet sein. All das sind nur die Grundvoraussetzungen für ein Rennen den größten Faktor spielt aber die Psyche, die innere Stärke. Wie lange kann ich mich quälen und den körperlichen Schmerz aushalten? Wie kann ich die Müdigkeit in der schlaflosen Nacht im Griff haben? Wie lange kann ich meine Konzentration noch aufrecht erhalten um nicht in Sturzgefahr zu geraten? Und warum mache ich das alles eigentlich?“
Nur wer diese Fragen für sich geklärt hat und wer mit all den Herausforderungen am Besten umgehen kann, wird bei einem 24 Stunden Rennen um die Podiumsplätze mitfahren können.
In Schötz waren dies schlussendlich die Favoriten mit der meisten Erfahrung. Bis zur Halbzeit des Rennens konnten sich noch fünf Einzelfahrer in der Spitze halten. Die Hoffnungen des Steirers Christoph Strasser wurden aber durch einen Defekt am Hinterrad für kurze Zeit zerstört. „Ich musste eine komplette Runde auslassen, da ich durch den Defekt schon den Anschluss an die Gruppe verlor. Aus der Zwangspause versuchten wir aber trotzdem das Beste zu machen. So wechselte ich auch mein Trikot und lockerte meine Beine aus, während meine Betreuer das Laufrad wechselten.“ so Strasser
Ein paar Runden später kam dann der große Auftritt des Daniel Wyss. Er attackierte, ergriff mit zwei Staffelfahrern die Flucht und konnte in den folgenden fünf Stunden eine ganze Runde auf das Hauptfeld herausfahren. Die Entscheidung um den Sieg war damit wohl gefallen. Doch dahinter war noch alles offen. Letztendlich bewies Christoph Strasser die größte Ausdauer unter den Verfolgern und konnte seine verlorene Runde in den letzten Rennstunden noch aufholen. Mit großer Willensstärke beendete er das Rennen eine Runde vor dem Drittplatzierten und absolvierte somit 950km in 24:08 Stunden. Damit hat er seine persönliche Bestleistung von 900 Kilometer übertroffen und den bestehenden österreichischen Rekord von Franz Venier aus dem Jahre 2004 eingestellt. Der Sieger Daniel Wyss schaffte es sogar den bestehenden Weltrekord von Jure Robic um knappe 500 Meter zu verbessen! Die neue Bestmarke die es zu schlagen gilt lautet jetzt 978,4km!
„Mich freut es riesig, dass ich den Rekord geschafft habe. Das war insgeheim mein erklärtes Ziel, ich hielt es aber nicht mehr für möglich nachdem ich den „Platten“ hatte. Umso schöner ist es jetzt!“
Dass Christoph Strasser mit seinen 24 Jahren schon zu den erfahrenen Fahrern in der Szene zählt zeigt ein Blick auf seinen sportlichen Werdegang. Das Rennen in Schötz war bereits sein fünfzehntes Extremrennen über 24 Stunden oder mehr! Mit den Top Platzierungen in diesem Jahr hat er sich seinen Platz unter den Top Fahrern der Extremradszene wahrlich verdient.
Strasser: „Nun denke ich dass ich körperlich mehr als reif für das Race Across America 2008 bin. Ich freue mich schon riesig darauf!“
Artikel vom 10.08.2007
Fotos (4)

5.8.2007
Christoph Strasser
5.8.2007
Christoph Strasser
5.8.2007

5.8.2007
Siegerehrung (2. Strasser - 1. Wyss - 3. Roos)
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