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Dramatik im Finish der UCI Marathon WM
Roel Paulissen und Christoph Sauser kamen im Zieleinlauf nach 120 km und 3822 hm zu Sturz. Paulissen nach Juryentscheid Sieger. Triumph für Gunn Rita Dahle bei den Damen.
Links Paulissen, rechts Sauser kurz vor dem Touchdown (Foto: dolomitisuperbike.com)
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Niederdorf (Südtirol), 5. Juli 2008 – Roel Paulissen aus Belgien ist der neue MTB-Marathon Weltmeister. Dem Olympia-Vierten von Athen 2004 ist der Titel in Niederdorf (Südtirol/Italy) nach einem Entscheid der Jury des UCI zugesprochen worden. Paulissen war im Zieleinlauf nach 120 km und 3822 Höhenmetern mit Christoph Sauser zu Sturz gekommen. Dem Schweizer wurde die Silbermedaille überreicht. Dritter wurde sein Landsman Urs Huber. Auf den Rängen vier bis sieben folgen Leonardo Paez (Kolumbien) und die Schweizer Ralph Näf, Lukas Buchli und Thomas Frischknecht. Bester Teilnehmer aus Italien war Johnny Cattaneo auf Rang acht. Die Fahrer mussten insgesamt 3822 Höhenmeter bewältigen.
Zwei Österreicher klassierten sich unter die Top 20: Alban Lakata (16.) und Heinz Verbnjak (19.). Bei den Damen wurde Theresia Kellermayr 32.
1. Roel Paulissen (Belgien) 4:46.56
2. Cristoph Sauser (Schweiz) 4:46.56
3. Urs Huber (Schweiz) 4:51.56
4. Leonardo Paez (Kolumbien) 4:55.14
5. Ralph Näf (Schweiz) 4:56.10
6. Lukas Buchli (Schweiz) 4:57.27
7. Thomas Frischknecht (Schweiz) 4:58.54
8. Johnny Cattaneo (Italien) 5:00.33
9. Fredrik Kessiakoff (Schweden) 5:01.04
10. Sandro Späth (Schweiz) 5:02.16
...
16. Alban Lakata (Österreich) 5:08.33
19. Heinz Verbnjak (Österreich) 5:09.45
Roel Paulissen: "Es ist ein komisches Gefühl für beide. Wir waren fast fünf Stunden zusammen und dann dieser Ausgang . Es wäre schön, wenn wir beide Weltmeister geworden wären. Wir waren heute beide sehr stark und haben richtig angegriffen. Lange Zeit war der Kolumbianer Leonardo Paez mit uns, aber er hat nicht zusammengearbeitet, wir wussten allerdings nicht, ob er uns nur täuschen würde. Wir haben dann einen Angriff gestartet und Paez hat nicht mehr reagiert. Ich wusste, dass ich der bessere Sprinter als Christoph bin und habe auf den Zielsprint gesetzt. Ich muss aber auch sagen, dass ich viel Führungsarbeit geleistet habe. Auf dem letzten Anstieg ist der Kampf nocheinmal richtig los gegangen. Das Rennen hat eigentlich erst in Sexten begonnen und zwar beim Anstieg auf die Rotwand."
Christoph Sauser: "Ich bin einfach gesprintet und wenn ich sprinte bewege ich natürlich meine Lenkung. Und mit dieser habe ich Reoel touchiert und wir sind beide zu Sturz gekommen. Es ist schade, dass nur ein UCIKommissär entscheidet und nicht eine Jury von 3-5 Leuten. Bei einem Strassensprint wäre so eine Entscheidung nicht passiert. Ich bin enttäuscht, denn es ist komisch, als Erster durchs Ziel zu fahren und Zweiter zu werden. Es ist das härtste Rennen, dass ich je gemacht habe. Wir haben zweimal das Leben riskiert: einmal in den Abfahrten und ein ander Mal beim Zielsprint."
Urs Huber: "Als dritter der Marathon-EM bin ich sehr motiviert an den Start gegangen. Ich hatte großes Selbstvertrauen, wusste aber, dass es ein hartes und langes Rennen werden würde. Ich habe zusehends aufgeholt und den Anschluss gefunden und begonnen an einen top-ten-Platz zu glauben. 10 km vor den Ziel habe ich dann den dritten Platz in Reichweite gesehen."
Totaler Triumph für Gunn Rita Dahle
Gunn Rita Dahle hat mit ihrem Sieg wieder den Weg zurück an die absolute Spitze geschafft. Die Norwegerin konnte nämlich im Vorjahr aufgrund einer schweren Virusinfektion ihren Cross-Country-WM-Titel in Fort William (Schottland) und kürzlich auch in Val di Sole nicht verteidigen. Sabine Spitz hat als Zweite einmal mehr bewiesen, dass sie auch auf langen Distanzen ganz vorne mithalten kann. Die drittplatzierte Pia Sundstedt konnte heuer bereits den Marathon-Weltcup-Auftakt in der Türkei gewinnen und hat die Erwartungen in Niederdorf vollends erfüllt.
Die Norwegerin Gunn Rita Dahle war im Anstieg zur Plätzwiese gemeinsam mit Pia Sundstedt (Finnland), Sabine Spitz (Deutschland), Ester Süss (Schweiz) und der Italienerin Elena Gaddoni ausgerissen. Nach und nach konnte die Goldmedaillengewinnerin von Athen (2004) ihre Konkurrentinnen abschütteln und den Wettkampf über 88 Kilometer und 2840 Höhenmetern mit einer Zeit von 4:09.56 Stunden gewinnen. Im Ziel auf dem Hauptplatz von Niederdorf betrug ihr Vorsprung auf Spitz und Sundstedt 1.44 bzw. 3.39 Minuten. Etwas hinter den Erwartungen geblieben ist Esther Süss, die als Vierte 11.53 Minuten auf Dahle verloren hat. Die Schweizerin hat die letzten zwei Auflagen des Südtirol Dolomiti Superbike, auf dessen Strecke diese Weltmeisterschaft gefahren wurde, gewonnen.
1. Gunn-Rita Dahle (NOR) 4:09.56
2. Sabine Spitz (D) 4:11.40
3. Pia Sundstedt (FIN) 4:13.35
4. Esther Süss (SUI) 4:21.49
5. Erika Dicht (SUI) 4:23.31
6. Elena Gaddoni (ITA) 4:26.30
7. Anna Ferrari (ITA) 4:28.31
8. 8. Marielle Saner-Guinchard (SUI) 4:29.18
9. Antonia Wipfli (SUI) 4:31.38
10. Kathrin Schwing (D) 4:34.16
...
32. Theresia Kellermayr (A) 5:06.06
Gunn Rita Dahle: "Im Anstieg zur Rotwand bei Sexten konnte ich mich von meinen vier Fluchtgefährtinnen absetzen. Hinauf zur Silvesteralm ist mein Vorsprung zwar etwas geschrumpft, doch ich konnte den Sieg dennoch sicher holen. Nun werde ich nach Deutschland fahren und von dort aus direkt nach Kanada fliegen, wo das nächste Cross Country-Weltcuprennen stattfindet. Von dort geht es dann direkt nach Peking zu den Olympischen Spielen. Den Sieg habe ich mir heute nicht erwartet. Mountainbiken ist mein Job und ich werde auf jeden Fall bis Olympia 2012 in London weiterfahren."
Sabine Spitz: "Leider habe ich die Strecke hier nicht getestet und das war sicherlich ein Nachteil. Bei den Abzweigungen musste ich daher das Tempo etwas rausnehmen und habe somit etwas Zeit liegen gelassen. Im ersten Anstieg zur Plätzwiese waren wir noch zu fünft. Leider habe ich später den Anschluss verloren und bin so lange Zeit alleine gefahren. Gunn Rita Dahle hatte bei der dritten Verpflegungsstelle bereits drei Minuten Vorsprung. Hier in Niederdorf hat meine eigentliche Vorbereitung für Olympia begonnen."
Pia Sundstedt: "Der Rhythmus hinauf zur Rotwandhütte war für mich einfach zu hoch. Am Kreuzbergpass hatte ich zwei Minuten Rückstand auf Dahle. Kurz danach habe ich dann Sabine Spitz eingeholt. Wir sind dann gemeinsam weitergefahren, wobei Sabine am meisten Führungsarbeit übernommen hat. An der Silvesteralm waren wir noch zuversichtlich, Gunn Rita Dahle einholen zu können. Es hat dann leider nicht mehr gereicht und ich habe zudem noch 1,5 Kilometer vor dem Ziel einen Platten am Hinterrad gehabt. Jetzt mache ich Urlaub zuhause in Finnland. Olympia kommt für mich nicht in Frage, da unser Land zu wenig UCI-Punkte aufweist."
Bildberichte und Videos: http://www.dolomitisuperbike.com
Artikel vom 08.07.2008
Fotos (8)

5.7.2008
Crash Paulissen-Sauser
5.7.2008
Crash Paulissen-Sauser
5.7.2008
Finish Men
5.7.2008
Roel Paulissen Finish
5.7.2008
Podium Men
5.7.2008
Gunn Rita Dahle Worldchampion
5.7.2008
Podium Women
5.7.2008
Podium Women
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Videos (3)
Dolomiti Superbike 2010 Teil 1
11.07.2010
Dolomiti Superbike 2010 Teil 2
11.07.2010
UCI MTB Marathon WM, Niederdorf, 5. Juli 2008
05.07.2008















