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Nachbericht Schweizer Radmarathon
Zuerst gegrillt und dann ertränkt - Widrigste Wetterbedingungen bei der Rad(tor)tour in Wiedlisbach. 5 Teilnehmer schafften die Qualifikation für das Race across America.

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Die technischen Daten des 8. Radmarathon in Wiedlisbach sind speziell: 720 Km, 22 Pässe, 5800 Höhenmeter.
Erstmals hatte der Streckenchef und Organisator der ersten Stunde, Fritz Blindenbacher, nicht die traditionellen Strecken an den Bodensee und zurück ausgesteckt, sondern eine grossen Acht, deren Südschlaufe ins Emmental und die Nordschlaufe durch den Jura führte.
Der Radmarathon ist die einzige Qualifikationsmöglichkeit für das legendäre Race across America (RAAM) in Westeuropa und zählt zum Ultra Cycling Worldcup, der Weltmeisterschaft der Langstreckenfahrer.
Angesichts der nicht ermutigenden Wetterprognose haben von den gemeldeten 44 RAAM-Qualifikanten 20 auf den Start verzichtet, die gemeldeten 8 Randonneure (Radwanderer) sind alle angetreten.
Sowohl beim Start der Randonneure am Freitag um 08:00, als auch beim Start der Elitefahrer, welche die endlose Strecke als Einzelzeitfahren ab 12:01 im Minutentakt unter die Räder nahmen, herrschte ausgezeichnetes Wetter.
Aufgeheizt vom Föhn war der Nachmittag aussergewöhnlich warm und die ersten Teilnehmer gaben bereits nach der ersten Runde von 102 Kilometer dehydriert und entkräftet auf.
Es sollte schlimmer kommen: Die RAAM-Qualifikanten waren auf den langen, flachen Geraden zwischen Solothurn und Biel unterwegs, als sich der vorausgesagte Wetterumsturz mit heftigen Sturmböen ankündigte, so dass ein Fortkommen im Gegenwind fast unmöglich wurde. Nach dem Ende des Windes brach ein heftiges Gewitter über die Teilnehmer herein. Blitze, Donner und sintflutartiger Regen begleite die Helden der Landstrasse auf ihrer Fahrt durch den Jura und in die anbrechende Nacht. Die Nacht, stockdunkel, mit zum Teil überschwemmten und durch Sturzbäche kiesbedeckten Strassen forderte den Verbliebenen alles ab, die Aufgaben häuften sich.
Obwohl erstmals in der Geschichte des Radmarathon kein einziger der rund 100 gesteckten Wegweiser umgedreht oder gestohlen wurde, kam es in der Nacht zu einigen fatalen Navigationsfehlern. Ein dänischer Teilnehmer fand sich in Basel wieder nachdem er in Moutier die Abzweigung verpasst hatte und eine deutsche Gruppe landete bei Oensingen auf der Autostrasse.
Am Samstagmorgen waren von den ursprünglich 32 gestarteten Teilnehmern noch 9 unterwegs, 2 weitere gaben am Nachmittag auf, als sie einsehen mussten, dass die Qualifikation nicht mehr möglich war.
Die 5 RAAM-Qualifikanten, welche schlussendlich im Ziel ankamen, sind alle in der Zeitlimite von 15% auf der Bestzeit angekommen und haben sich für das RAAM qualifiziert.
Die Finisher: Thomas Strebel, Birrhard AG 24:32 Std., Marco Costa, Italien 25:21 Std., Fabian Sialm, Therwil BL 26:18 Std., Achim Heinze, Deutschland 27:05 Std., Andreas Dengler, Österreich 28:03 Std.
Und die Randonneure: Marcel Barben, Reutigen BE und Willhelm Zurbrügg, Frutigen BE im je 35:39 Std.
Auch bei den am Samstag ausgetragenen Touren im Rahmen der "Swiss Cycling Classics" sind mehr als ein Drittel der gemeldeten nicht am Start erschienen. 56 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über 200 Km, sowie 21 über 100 Km haben bei wieder besseren Wetterverhältnissen die Strasse bevolkert und sind grösstenteils am Ziel angekommen, darunter 4 Schülerinnen aus Wiedlisbach, die jüngste 10-jährig, welche die Nordschlaufe mit dem Col du Pierre Pertuis und der Höhe von Gänsbrunnen in 8:20 bewältigt haben.
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