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Alban Lakata holt sich seinen 3. WM-Titel im MTB Marathon

Der Osttiroler verweist im deutschen Singen an seinem 38. Geburtstag den portugiesischen Titelverteidiger Tiago Ferreira auf Platz 2. Daniel Geismayr holt Bronze. Bei den Damen gewinnt die Dänin Annika Langvad ihren vierten Titel, Christina Kollmann auf Rang 5.

Alban Lakata (m.) triumphiert, 2. T. Ferreira (l.), 3. D. Geismayr (r.) / Foto: Armin M. Küstenbrück

Alban Lakata (m.) triumphiert, 2. T. Ferreira (l.), 3. D. Geismayr (r.) / Foto: Armin M. Küstenbrück

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14.05.2015

Starker 8. Platz bei der MTB Marathon EM von Sabine Sommer

Die Strecken der MTB Marathon Weltmeisterschaften führten von Singen nordwestlich des Bodensees durch den Hegau mit seinen charakteristischen kurzen aber teilweise auch steilen Anstiegen. Alban Lakata und Tiago Ferreira waren die beiden Fahrer, die dem Rennen über 98 Kilometer mit 2.800 Höhenmetern am meisten ihren Stempel aufdrückten. Lakata erlebte zu Beginn eine schwierige Situation, die ihn erst einmal 30 Sekunden ins Hintertreffen brachte. Als er sich wieder nach vorne gekämpft hatte, entschied er sich offensiv zu fahren. „Ich wollte vorne bleiben und aggressiv fahren“, erklärte Lakata. Denselben Plan hatte auch Ferreira. „Ich wollte ein hohes Tempo gehen, weil das für mich besser ist“, so Ferreira. „Und es hat sich ausgezahlt, weil die Gruppe gesprengt wurde.“ Das war besonders nach etwa nach 70 Kilometer der Fall als Ferreira an einem kurzen Anstieg forcierte und eine neunköpfige Spitzengruppe damit auseinander dividierte.

Außer den drei Medaillengewinnern konnte nur Mathieu van der Poel mitgehen. Der niederländische Mitfavorit musste aber bei der nächsten Verschärfung kapitulieren. „Ich war überrascht, dass Mathieu nicht mehr folgen konnte, aber er hat sich auch die ganze Zeit nur versteckt. Als wir dann zu dritt waren, wussten wir: jeder hat eine Medaille und haben zusammen gearbeitet“, berichtet der „Albanator“ wie es weiter ging.

Das Trio eröffnete erst einen Kilometer vor dem Ziel das Feuer. Lakata ging an die Spitzenposition und zog den Sprint mit seinem unglaublichen Stehvermögen durch zu seinem dritten Weltmeister-Titel nach 2010 und 2015 - und das an seinem 38. Geburtstag. Er stemmte sein Canyon-Bike – übrigens speziell für die WM in spezieller rot-weiss-rot Lackierung- in die Höhe und schüttelte den Kopf. „Es ist unglaublich, dreimal Weltmeister, das ist ein Traum. Ich wusste, wenn ich fokussiert bin, dann kann ich hier gewinnen. Heute wird aber richtig gefeiert.“

Tiago Ferreira, der die Titelverteidigung nach 3:17:25 Stunden nur um eine Sekunde verpasste, zeigte sich als fairer Zweiter. „Alban war im Sprint zu stark, aber ich bin sehr glücklich über meine Silber-Medaille. Mein Plan ist aufgegangen, weil ich die Gruppe sprengen konnte“, sagte Ferreira.

Daniel Geismayr holt Bronze
Für den zeitgleichen Daniel Geismayr war Bronze die erste WM-Medaille. Dass er Gold so knapp verpasste, darüber wollte er sich nicht ärgern. „Klar ist es schade, wenn man so nah dran ist. Aber ich bin einfach kein Sprinter. Ich bin sehr glücklich über Bronze, eine WM-Medaille war immer mein Traum“, meinte Geismayr.

Hermann Pernsteiner holte mit 3:49 Minuten Rückstand Platz 10 und sicherte die 3. Top-10 Platzierung aus österreichischer Sicht.

Annika Langvad sichert sich 4. WM-Titel
Bei den Damen gewann die regierende Weltmeisterin im Cross Country nach 2011, 2012 und 2014 wieder die Marathon-Weltmeisterschaften. Langvad schlug Sabine Spitz im Sprint, während sich Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Nor) Bronze sichern konnte.

Die Damenstrecke führte über 80 Kilometer und 2.050 Höhenmeter. Etwa 11 Kilometer vor dem Ziel kam es zu einer etwas umstrittenen Situation. Die Einfahrt zum Singletrail am Heilsberg wollte Titelverteidigerin Jolanda Neff als Erste nehmen, doch Annika Langvad drückte sich noch vorbei. Die Dänin stürzte allerdings 20 Meter später und lag neben dem Trail. Neff fuhr vorbei und auch Sabine Spitz. Als jedoch Gunn-Rita Dahle-Flesjaa passieren wollte, da blockierte Langvad beim Versuch eilig wieder aufs Bike zu kommen, die Spur. Das empfand Gunn-Rita Dahle-Flesjaa als „nicht fair“. Nichstdestotrotz konnte Annika Langvad bis zum letzten Anstieg am Plören, gut sechs Kilometer vor dem Ziel, die Lücke zu Spitz und Neff wieder schließen. Am Berg ging sie ein hohes Tempo und nur Spitz konnte folgen, zu Neff ging eine Lücke auf.

Langvad und Spitz kamen gemeinsam auf den letzten Kilometer. Nachdem die Cross-Country-Weltmeisterin sich dann etwas zurück hielt, übernahm Sabine Spitz die führende Position. 500 Meter vor dem Ziel griff Langvad dann an. „Ich bin am Hinterrad geblieben“, berichtet Sabine Spitz „Aber ich hatte nicht die Geschwindigkeit, um noch mal vorbei zu gehen.“ So blieb der 45-Jährigen die Silbermedaille, ihre achte WM-Medaille auf der Langdistanz. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. In der ersten Runde habe ich zwar Tempo gemacht, aber ich denke nicht, dass das zu viel war. Ich wüsste nicht, was ich hätte anders machen sollen“, erklärte sie mit einem Lächeln. „Vor zwei Jahren habe ich hier bei der EM im Sprint gewonnen, jetzt habe ich verloren. So ist halt der Rennsport.“

Annika Langvad, die erst kürzlich ihr Zahnmedizin-Studium abgeschlossen hat, zeigte sich fast erstaunt. “Ich wusste, es wird ein taktisches Rennen. Nach meinem Sturz musste ich wirklich kämpfen, um noch mal zurückzukommen. Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg. Es ist ein riesiger Bonus nachdem ich mein Studium abgeschlossen habe. Ich genieße das wirklich so sehr, es ist unglaublich.”

Gunn-Rita Dahle-Flesjaa schaffte es noch auf den letzten paar hundert Metern an Jolanda Neff heranzufahren und ihr die Medaille zu entreißen. “Sie sah schon etwas steif aus und ich wusste, dass ich sie noch einholen kann. Es ist schade, mit der Situation im Singletrail, aber ich kann froh sein, dass ich noch Bronze gewonnen habe. Eine WM-Medaille ist eine WM-Medaille”, kommentierte die Norwegerin, für die es auch die achte WM-Medaille war.

Christina Kollmann auf Rang 5
Christina Kollmann kam knapp hinter Neff mit nur 44 Sekunden Rückstand auf Siegerin Langvad als 5. Ins Ziel. Müde aber immer noch sehr glücklich resümierte die Alpentour-Siegerin: „Viel wurde im Vorfeld über diese "etwas andere" WM Strecke geredet! Zu kurze Anstiege, kaum technisch, eher ein Straßenkurs usw. - klar, mir wäre mit der aktuellen Form auch ein Kletterkurs lieber gewesen aber ich mag den Kurs dort, diese Art von Rennen stellt eine ganz andere Herausforderung dar! Ich kannte die Strecke und wusste auch worauf es ankommt um am Ende ein gutes Resultat rauszufahren! Eigentlich fuhr ich ein nahezu perfektes Rennen, fühlte mich stark in den Anstiegen und hielt mich immer ganz vorne auf! Auch in den entscheidenden Phasen war ich immer mit dabei - schade dass ich dann am Ende Gunn-Ritas Hinterrad verpasste und die letzten 7 km solo ins Ziel kämpfte! Aber ich kann mir nicht vorwerfen nicht alles gegeben zu haben! Top 5 ist genial und 30 Sekunden auf die Bronzemedaille lassen mich zumindest schon mal davon träumen!“

Erfreulich auch die Platzierung von Carmen Buchacher auf Rang 14 und von Sabine Sommer auf Rang 19.

Alle Ergebnisse
my5.raceresult.com/66254/results?lang=de#

Fotos & Video
www.sportograf.com/de/shop/event/3965-15-Hegau-Bike-Marathon--15-UCI-MTB-Marathon-WM-2017
www.youtube.com/watch?v=uMa-bbCjOMg

Artikel vom 27.06.2017

 

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2017 UCI Mountainbike Marathon World Championships, Singen
25.06.2017

 

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