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Kulhavy/Grotts holen sich Gesamtsieg beim Absa Cape Epic 2018

Die beiden Fahrer vom Team Investec Songo Specialized siegen vor Alban Lakata und Kristian Hynek (Canyon Topeak) und Manuel Fumic/Henri Avancini (Cannondale Factory Racing). Bei den Damen fahren Annika Langvad/Kate Courtney ungefährdet zum Gesamtsieg.

Podium Men (Foto: Ewald Sadie Cape Epic SPORTZPICS)

Podium Men (Foto: Ewald Sadie Cape Epic SPORTZPICS)

Beim Langstrecken-Etappenrennen für Zweierteams hatten die Teilnehmer von 18. bis 25. März 2018 in einem Prolog und 7 Etappen insgesamt 658 Kilometer und 13.530 Höhenmeter in der dürregeplagten Western Cape Region Südafrikas zurückzulegen. Am Start wieder ein illustres Feld mit zahlreichen Olympiasiegern und Weltmeistern.

Grand Finale des Absa Cape Epic 2018 nach Plan
Val de Vie/Südafrika – Jaroslav Kulhavy und Howard Grotts (Investec Songo Specialized) wurden mit einer fetten Sektdusche ihrer Betreuer und Mechaniker empfangen. Mit einem Vorsprung von fast zehn Minuten holten der Tscheche und der Amerikaner den begehrten Gesamtsieg des Absa Cape Epic in Südafrika.
Mit einer fehlerfreien Etappe und ohne zu Bangen konnten die beiden ihre Verfolger Alban Lakata und Kristian Hynek (Canyon Topeak) und Manuel Fumic mit Henri Avancini (Cannondale Factory Racing) in Schach halten. Cannondale verlor im Grand Finale mit 2000 Höhenmetern und 70 Kilometern von Wellington nach Val de Vie den zweiten Gesamtrang an Canyon Topeak.

Trek Selle San Marco 2 mit Fabian Rabensteiner und Michele Casagrande aus Italien holten sich den Etappensieg, damit konnten sie ihren 6. Gesamtrang vor den Deutschen Simon Stiebjahn und Tim Böhme (Bulls 2) halten. Mit vier harten Anstiegen war dieses Jahr die Finaletappe die härteste in der 15-jährigen Geschichte des Cape Epic. Trotz des 8-Minuten-Vorsprungs mussten Kulhavy und Grotts auf jede Attacke der Verfolger achten und selbst hoffen, pannenfrei durch zu kommen.

Manuel Fumic und Henri Avanci starteten den auch gemeinsam mit Centurion Vaude einige Attacken, konnten aber den Gegenangriffen von Trek Selle San Marco II, Buff Scott MTB, Canyon Topeak und Investec Songo Specialized wenig entgegen setzen. Nachdem Howard Grotts in den ersten Renntagen noch Mühe gehabt hatte, an Jaroslavs Hinterrad zu bleiben, setzte er im Finale echte Zeichen – er führte und er attackierte in den Anstiegen. „Ich muss zugeben, dass ich die ersten Tage Probleme hatte, aber es lief immer besser und ich fühlte mich vor allem in den Anstiegen gut. Super, dass es für uns beide gut lief“, so Grotts, der in Durango, der Heimat des Mountainbikens zuhause ist.

Fabian Rabensteiner und Michele Casagrande aus Italien hatten eine steil ansteigende Formkurve und holten sich im Sprint die Wertung zum Dimension Data Hotspot. Cannondale Factory hatte Mühe zu folgen, sie liefen sogar Gefahr, ihre Gesamtplatzierung an die immer besser fahrenden Spanier von Buff Scott MTB zu verlieren. Ein Fight zwischen Jeremiah Bishop (Canyon Topeak 2) und Manuel Fumic wurde zu einer Auseinandersetzung, die in einem Sturz endete. Anscheinend hatte Fumic Bishop vom Bike geknockt. Fumic, so die offizielle Aussage der Epic-Pressestelle, bezeichnete den Vorgang als „Geschehen in der Renn-Hektik“ und es sei „kein foul play“ passiert.

„Es war ein epischer Kampf heute“, so der Deutsche Fumic, „wir kämpften gegen Canyon Topeak um den zweiten Gesamtrang. Leider hatten wir einen Sturz und einen Platten. Es war zwar eng, aber wir waren noch dran und gaben nicht auf. Wir haben voll gefightet, ich bin zufrieden mit dem 3. Platz in der Gesamtwertung“.

Die Führungsgruppe blieb lange zusammen auf dieser langen Finaletappe, bis sich Jaroslav Kulhavy am „Freedom Struggle“ Anstieg die Freiheit nahm, anzugreifen. Dies war taktisch wieder geschickt, denn dem Anstieg folgte die Landrover Technical Terrain Passage, passend bezeichnet als „Bone Rattler“, der Knochenschüttler. Lediglich Rabensteiner/Casagrande von Trek Selle San Marco 2 konnten folgen und sogar mit einem gewagten Manöver an die Spitze gehen – was ihnen im Endeffekt den Etappensieg bescheren sollte.

„Ein Spitzentag“, freute sich der Südtiroler Rabensteiner im Ziel, „nach der Attacke zum Dimension Data Hotspot gingen wir weiter Vollgas. Zwar war Specialized am Anstieg vorne, aber in der Abfahrt haben wir alles riskiert, und als wir vorne lagen gab es nur noch maximales Renntempo bis ins Ziel.“

Canyon Topeak musste noch einmal richtig bangen, als Kristian Hynek in der letzten Abfahrt einen Platten fuhr. Cannondale saß den beiden im Nacken, der Vorsprung betrug nur wenige Minuten – das beflügelte Hynek, der einen neuen Rekord im Flicken aufstellte. Für Alban Lakata blieb es wieder „nur“ ein zweiter Gesamtrang... dem Marathonweltmeister fehlt wirklich nur ein Gesamtssieg des Absa Cape Epic in seiner ansonsten sehr umfangreichen Titelsammlung. „Das war wieder eine totale Achterbahnfahrt“, resumierte der Österreicher im Ziel, „ich bin zufrieden mit dem zweiten Platz. Jetzt müssen wir nächstes Jahr nch einmal einen Anlauf auf den Gesamtsieg starten“. „Wir sind mit erstaulich wenig technischen Problemen durchs Epic gekommen“, meinte Hynek, „der Platten zum Schluss war schon stressig, aber es hat ja noch gereicht“.

Für Investec Songo Specialized ging es darum, jeden Fehler zu vermeiden – vor allem auf dem anspruchsvollen Bone Rattler Downhill. So riskierten sie nicht alles und überließen den Trek-Fahrern den Etappensieg. Insgesamt ein toller Erfolg für die sehr konstant fahrenden Specialized-Jungs. „Das war eine ziemlich gute letzte Etappe“, so Kulhavy, „ich freue mich für allem für Howie (Grotts), der als Neuling jetzt schon ein Epic gewonnen hat. Vielleicht versuchen wir das gleiche nochmal nächstes Jahr, ich könnte ja versuchen, Christoph Sausers Rekord mit 6 Siegen zu brechen. Susi hat uns viel geholfen dieses Jahr, ich habe viel von ihm gelernt.“

Vier Starts – vier Siege
Der Champagner auf den Trikots von Kulhavy und Grotts war gerade getrocknet, als die Specialized Betreuer schon die nächsten Flaschen über ihr Frauenteam schütten konnten.
Die Marathon-Weltmeisterin Annika Langvad holte sich mit ihrer vierten Teilnahme am Absa Cape Epic den vierten Sieg. Wie ihre männlichen Kollegen von Investec Songo Specialized war auch der Langvad/Courtney-Express nicht aus dem Gleis zu bringen. Ruhig und gelassen fuhren sie ihren 47 Minuten Vorsprung nach Hause, den Etappensieg überließen sie dem bisher nicht in Erscheinung getretenenen PMRA/CST Racing Team mit Margot Moschetti (Frankreich) und Raiza Goulao (Brasilien). Die Deutsche Sabine Spitz mit ihrer südafrikanischen Partnerin Robyn de Groot (Ascendis Health) holte sich den 2. Platz der Gesamtwertung.

Sabine Spitz spürte eine beginnende Erkältung in der Nacht und konzentrierte sich mit Partnerin Robyn de Groot aufs Durchhalten. Der Plan ging auf, sie kamen als dritte zeitgleich mit den Gesamtsiegerinnen ins Ziel und sicherten damit ihren 2. Gesamtplatz. „Unsere Taktik ist aufgegangen“, meinte eine erschöpfte Spitz, „viel hätten wir heute nicht reißen können, aber das Tempo hat ja gereicht. Wenn man bedenkt mit welchen Problemen ich am Anfang der Woche schon gestartet bin und jetzt zum Schluss nochmal, ist ein zweiter Gesamtplatz super, das war nicht zu erwarten.“

„Ein ausgzeichneter Tag für uns“, so Annika Langvad, „wir wollten sicher und ohne Probleme die Ziellinie erreichen und vorne bleiben. Es ist sowieso eine unglaublich gute Zeit für mich. Erst mein Weltcup-Sieg in Stellenbosch, jetzt mit Kate den Gesamtsieg. Es lief gut mit meiner Partnerin, die ja das erste Mal überhaupt so ein Etappenrennen gefahren ist“, freute sich die sympathische Dänin.

Für die Amerikanerin Kate Courtney war es noch überraschender, wie die Woche lief. „Das ist ein sehr emotionales Finale für mich“, so Courtney, „einige um mich herum dachten, ich spinne ein wenig, als ich ankündigte ein Etappenrennen zu fahren und dann gleich das Cape Epic. Aber meine engen Freunde haben mich super unterstützt und mir geholfen. Danke an Specialized, dass ich mit einem meiner Idole fahren durfte, die Erfahrungen dieser Woche waren einmalig. Ich bin auch ein wenig stolz, dass ich gezeigt habe, dass ich mithalten kann“.

Die Brasilianerin Goulao war selbst am meisten überrascht über diesen Sieg beim Grand Finale in Val de Vie. „Das ist definitiv der Höhepunkt meiner Bike-Karriere“, meinte die Brasilianerin, „das habe ich nicht erwartet. Wir wollten ums Podium mitfahren. Als wir bei Kilometer 15 merkten, dass die schnellsten Frauen ein wenig müde wirkten, beschlossen wir, alles zu riskieren. Wir gaben Vollgas über die letzten 30 Kilometer und schauten uns nicht mehr um. Das Gefühl, die letzte Etappe beim Cape Epic gewonnen zu haben , ist unbeschreiblich. Das Rennen war schon eines meiner höchsten Ziele, nun fahre ich mit einem neuen Highlight nach Hause.“

Gesamtergebnisse 2018
Herren:
1. Jaroslav Kulhavy (CZE) / Howard Grotts (USA) Investec-Songo-Specialized 25:29.48,9
2. Alban Lakata (AUT) / Kristian Hynek (CZE) Canyon Topeak +9.38,5
3 Manuel Fumic (GER) / Henrique Avancini (BRA) Cannondale Factory Racing +13.12,9

5. Nicola Rohrbach (SUI) / Daniel Geismayr (AUT) Centurion Vaude ) +23.32,4

Damen:
1. Annika Langvad (DEN) / Kate Courtney (USA) Investec Songo Specialized 29:57.06,5
2. Sabine Spitz (GER) / Robyn de Groot (RSA) Ascendis Health +46.29,2
3. Mariske Strauss (RSA) / Annie Last (ENG) Silverback 32:15.03,0 ) +53.15,6

6. Carmen Buchacher (AUT) / Samantha Sanders (RSA) dormakaba 2 +1:59.18,6

Alle Resultate auf www.cape-epic.com/riders/the-2018-race/results.

Videos
2018 Absa Cape Epic | An Epic 8 Days in 8 Minutes
Etappenvideos und Specials auf der Cape Epic Page:
www.cape-epic.com/fans/highlights/videos

Artikel vom 26.03.2018

 

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