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Dominanz, Spannung, Drama, Rekorde beim Doppel-Weltcup Saalfelden Leogang

Loana Lecomte und Mathias Flückiger gewannen am 12. Juni 2022 erneut ihre Rennen über die Olympische Distanz und wiederholten damit ihr perfektes Leogang-Wochenende aus dem Vorjahr. Lokalmatadorin Laura Stigger ließ sich vom begeisterten Publikum auf Rang drei tragen.

Laura Stigger sicherte sich zum zweiten Mal nach 2021 den 3. Platz in Leogang (Foto: Stefan Voitl)

Laura Stigger sicherte sich zum zweiten Mal nach 2021 den 3. Platz in Leogang (Foto: Stefan Voitl)

Der Mercedes-Benz UCI Mountainbike Weltcup in Saalfelden Leogang hat sich trotz schwieriger Startbedingungen zum erwartet großartigen MTB-Fest entwickelt. Über 21.500 Zuschauer verfolgten die spannenden Weltcup-Entscheidungen am vergangenen Wochenende, sahen großen Dramen und überragende Triumphe und freuten sich mit Andreas Kolb und Laura Stigger, fluchten mit Vali Höll und Mona Mitterwallner. Nachdem auch der Regen ein Einsehen hatte, fluteten große und kleine Fans die Expo Area und bestaunten die heißesten Neuheiten der Bikewelt oder gingen in der Team Area auf Autogrammjagd. Von den vielen Side Events, wie einer eine Flugshow der Flying Bulls, ganz zu schweigen.

Starker Auftritt von Stigger
Vor dem XCO-Finale der Damen stellten sich die beiden Fragen, ob Loana Lecomte (FRA) das doppelte Double holen wird und vor allem, was die beiden ehrgeizigen Locals Laura Stigger und Mona Mitterwallner (beide AUT) reißen werden.

Bereits die Startrunde sollte erste Antworten und vor allem großes Drama liefern. Mona Mitterwallner war Hauptleidtragende eines Crashs mit mehreren Fahrerinnen, musste anschließend ihr Bike zur nächsten Techzone tragen und fiel weit zurück. Ganz anders erging es Laura Stigger, die sich direkt in der Spitzengruppe um Loana Lecomte, Jenny Rissveds (SWE), Rebecca McConnell (AUS), Sina Frei (SUI) und Jolanda Neff (SUI) festsetzen konnte.

Das hohe Tempo dieser Spitzengruppe konnte Neff jedoch nicht lange mitgehen und fiel schnell aus den Top 10. Lecomte und Rissveds hingegen gelang es früh sich weiter abzusetzen, während dahinter die Teamkolleginnen Stigger und Frei vor McConnell um den Anschluss kämpften.

Bereits im Anstieg der zweiten Runde griff die französische Titelverteidigerin erneut an und baute schnell einen 20 Sekunden Vorsprung auf Rissveds aus, die wiederum Stigger und Frei auf Abstand hielt. Dahinter fuhr ein Dreiergespann aus McConnell, Anne Terpstra (NED) und Caroline Bohé (DEN).

An der Spitze war dank der überragenden Verfassung Lecomtes die Spannung früh raus – die französische Meisterin hatte zur vierten Runde bereits eine Minute Vorsprung herausgefahren und wäre nur noch durch ein Mechanical zu stoppen gewesen. Auch Rissveds dahinter gelang es ihrerseits Stigger und Frei auf Distanz zu halten, so dass der Kampf um Platz 3 in den Fokus der Aufmerksamkeit rückte.

Die beiden Teamkolleginnen wechselten sich lange mit der Führungsarbeit ab und arbeiteten gut zusammen bis Stigger in der letzten Runde die Entscheidung erzwang und sich von Frei lösen konnte, um sich zum zweiten Mal nach 2021 den 3. Platz in Leogang zu sichern. Mona Mitterwallner musste sich nach großem Kampf und beeindruckender Aufholjagd mit dem 15. Rang begnügen. Gesamtweltcupführende Rebecca McConnell beendete das Rennen als Siebte.

Mit Siegen im Short Track und über die Olympische Distanz wiederholt Loana Lecomte ihr perfektes Leogang-Wochenende. Die Französin feiert darüber hinaus ihr 20. Podium im 22. Weltcup-Rennen.

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Mit Siegen im Short Track und über die Olympische Distanz wiederholte Loana Lecomte ihr perfektes Leogang-Wochenende (Foto: Moritz Ablinger)

„Letztes Jahr war ich die Fahrerin seit einer Ewigkeit, die 4 Weltcups gewonnen hat. Jetzt bin ich die Erste, die das perfekte Wochenende im gleichen Venue schafft. Darüber freue ich mich sehr. Ich wollte dieses Jahr einen Weltcup gewinnen und habe in Leogang meinen Saison-Neustart hingelegt. Aber der Gesamtweltcup ist nicht mein Ziel in diesem Jahr. Ich möchte mich vor allem auf die Europa- und Weltmeisterschaften vorbereiten. Ich werde auch nicht jeden Weltcup fahren."– Loana Lecomte

„Das Rennen war einfach unglaublich. Danke an die Organisatoren, danke an mein Team, danke an die Familie, danke an alle Sponsoren und ganz wichtig an die Fans, die mir zuhause die Daumen gedrückt haben. Vielen Dank. Ihr seid alle mit daran Schuld, dass ich heute so gut performt habe.“ – Laura Stigger

„Ich fühle mich leer und bin überrascht. Es war heiß, aber schön!“ – Jenny Rissveds

Ergebnisse Elite Damen XCO
1. Loana Lecomte (FRA) 1:15:42
2. Jenny Rissveds (SWE) 1:16:55
3. Laura Stigger (AUT) 1:17:10
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15. Mona Mitterwallnerl (AUT) - 1:21:10

Gesamtweltcup Standing Top 5:
1. Ellen Rebecca Mcconnell (AUS) 1093 Points
2. Loana Lecomte (FRA) 916 Points
3. Anne Terpstra (NED) 713 Points
4. Laura Stigger (AUT) 698 Points
5. Jenny Rissveds (SWE) 695 Points



Schweizer Duell: Perfektes Wochenende statt alleinigem Weltrekord
Das XCO-Rennen der Männer sollte einer ganz anderen Dramaturgie folgen. Nach einem guten Start ohne besondere Vorkommnisse gelang es einer größeren Gruppe aus Weltcupführendem Nino Schurter (SUI), Henrique Avancini (BRA), Vlad Dascalu (ROM), Alan Hatherly (RSA), Anton Cooper (NZL) und Jordan Sarrou (FRA) sich an der Spitze festzusetzen. Nach schwachem Start schloss auch Vorjahressieger Mathias Flückiger (SUI) zur Spitze auf. Einer ersten Attacke Schurters in der zweiten Runde konnten nur Hatherly, Dascalu und Flückiger folgen und sich leicht absetzen.

Eine Runde später griff der andere Schweizer an und überrumpelte die Topgruppe. Einzig Schurter reagierte schnell genug und klebte sich an Flückigers Hinterrad.

Während sich nun ein spannendes Duell der Eidgenossen entspann, konnte nur der Südafrikaner Hatherly ansatzweise mithalten, während dahinter Maxime Marotte (FRA) und Dascalu folgten.

An dieser Reihenfolge änderte sich zunächst wenig, auch die Abstände blieben gleich. Schurter und Flückiger belauerten sich mit einigen Führungswechseln und warteten auf ihre Chance für die entscheidende Attacke. Besonders Flückiger wollte sich nicht erneut last-minute von Schurter schlagen lassen. Dahinter kämpfte sich Dascalu näher und näher an Hatherly heran.

Auf die Entscheidung musste das begeisterte Publikum bis zur letzten Runde warten. Flückiger erhöhte in Führung nun erneut das Tempo, vergrößerte Stück für Stück seinen Vorsprung, bis er seinen Landsmann weit genug hinter sich ließ und als erster die Ziellinie passierte. Hatherly gelang es Dascalus finale Attacke abzuwehren und seinen dritten Platz ins Ziel zu retten. Fünfter wurde der Franzose Marotte. Maximilian Foidl fuhr als bester Österreicher auf Platz 23.

Flückiger wiederholt damit seinen Doppelsieg aus XCC und XCO aus dem vergangenen Jahr und freut wie Loana Lecomte über ein perfektes Wochenende. Nino Schurter muss weiter auf den alleinigen Rekord für die meisten Weltcupsiege warten.

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Mathias Flückiger wiederholte seinen Doppelsieg aus XCC und XCO aus dem vergangenen Jahr (Foto: Stefan Voitl)

"Ich bin immer noch sehr erschöpft. Ich fühle mich unglaublich gut nach dem Sieg am Freitag und heute. Ich bin in einer guten Verfassung, und dennoch war es ein hartes und anstrengendes Rennen. Es war ein mühsamer Kampf um den ersten Platz mit Nino, mit dem besseren Ende für mich heute. Die Strecke ist sehr anstrengend mit vielen Anstiegen und kaum einem Moment, um sich zu erholen. Es war von Anfang an Vollgas zwischen Nino und mir." – Mathias Flückinger

„Es war ein hartes Rennen. Leogang ist nicht meine Lieblingsstrecke. Mathias hat hart für diesen Sieg gepusht. Es war ein schöner Kampf und ich bin sehr happy mit dem zweiten Platz, gerade weil mir die Strecke nicht liegt. Ich fühle mich im Moment wirklich gut und freue mich auf meinen Heimweltcup. Hoffentlich mit einem Sieg.“ – Nino Schurter

Ergebnisse Elite Männer XCO
1. Mathias Flückiger (SUI) 1:15.31
2. Nino Schurter (SUI) 1:15:37
3. Alan Hatherly (RSA) 1:16.10
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23. Maximilian Foidl (AUT) - 1:19:34
29. Gregor Raggl (AUT) - 1:20:19
46. Karl Markt (AUT) - 1:22:28

Gesamtweltcup Standing Top 5:
1. Nino Schurter (SUI) 964 Points
2. Vlad Dascalu (ROU) 775 Points
3. Mathias Flückiger (SUI) 711 Points
4. Alan Hatherly (RSA) 692 Points
5. Thomas Pidcock (GBR) 600 Points

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Maximilian Foidl fuhr als bester Österreicher auf Platz 23 (Foto: Stefan Voitl)

Pieterse und Vidaurre Kossmann gewinnen die U23-Wettbewerbe
Zum Auftakt am letzten Tag des langen Weltcup-Wochenendes starteten die U23-Frauen am Morgen über die Olympische Distanz – unter strahlend blauem Himmel und Sonnenschein auf einer trockenen Strecke.

Gleich von Beginn an wurde die junge Französin Line Burquier ihre Rolle als Gesamtweltcupführende gerecht und setzte sich an die Spitze des Feldes dicht gefolgt von Puck Pieterse (NED). Das entbrennende französisch-niederländische Duell sollte sich bis zur Ziellinie ziehen, die Pieterse nach mehreren Führungswechseln als erste überquerte und ihren ersten Saisonsieg feierte.

Nach dem Spannenden Rennen der Damen gingen nun die U23 Männer auf die Strecke. Bereits nach der ersten Runde war klar, dass der Gesamtweltcupführende Martin Vidaurre Kossmann (CHI) eine herausragende Leistung zeigen wird. Der selbstbewusste Chilene ließ das ganze Rennen über nichts anbrennen und setzte sich mit 19 Sekunden auf den zweiten Simon Avondetto und 32 Sekunden auf den dritten Filippo Fontana (beide ITA) durch. Damit setzt er seine Siegesserie fort und träumt weiter von einer perfekten Weltcup Saison.

„Mein Rennen lief wirklich gut. Ich habe versucht, das ganze Rennen über mit Line mitzuhalten. Zur Hälfte des Rennens hat sie einen kleinen Fehler gemacht, wodurch ich eine Zeit lang einen Vorsprung hatte, aber ich konnte mich nicht vorne halten. Danach wusste ich, dass es ein taktisches Rennen werden würde, und ich wusste, dass ich nach dem letzten Skilift vorne sein muss. Also habe ich nach der Hälfte des Anstiegs einfach alles gegeben und konnte meinen Vorsprung zum Glück bis ins Ziel halten.“ – Puck Pieterse

Starke Leistungen von Mario Bair und Tamara Wiedmann in der U23
Mario Bair gelang bei den Herren eine neue Bestplatzierung im Weltcup. Er landete am Ende auf dem neunten Rang. Tamara Wiedmann fuhr bei den Frauen einen weiteren Spitzenplatz ein. Nach einem zehnten Rang in Albstadt beendete sie das Rennen auf Rang 15.

Downhill: Hattrick für Balanche – Premiere für Walker – Party dank Kolb
Der Downhill-Samstag in Saalfelden Leogang war an großen Emotionen kaum zu überbieten. Besonders im Frauenwettbewerb lagen Glück und Drama ganz nah beieinander, denn während sich Camille Balanche in Leogang ihren dritten Sieg im dritten Rennen sicherte, gelang es Lokalmatadorin Vali Höll erneut nicht vor heimischem Publikum zu gewinnen.

Grund zur Freude gab es aus heimischer Sicht dennoch, denn Andreas Kolb sicherte sich den fünften Platz und die bis dato beste Platzierung der österreichischen Downhillmänner. Der ehemalige Gesamtweltcupsieger Matt Walker holte in Leogang den ersten Weltcupsieg seiner Karriere.

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Andreas Kolb sicherte sich im Downhill den fünften Platz (Foto: Stefan Voitl)

Alle Ergebnisse
auf www.mtb-weltcup.at/de/
Races-Qualifiers-Trainings/Startlisten-Ergebnisse
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Videos
Die Elite Weltcup-Rennen stehen auf Red Bull TV (www.redbull.tv) zum Nachschauen zur Verfügung.

Text: PM

Artikel vom 13.06.2022

 

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