Geschafft: Franz-Josef Lässer knackt den Stundenrekord
Der Para-Zeitfahreuropa- und Weltmeister hat am 6. August 2026 im Velodrom von Grenchen in der Schweiz mit 52,054 Kilometern einen neuen österreichischen Elite-Stundenrekord aufgestellt und ist damit auch neuer Weltrekordhalter in der Para-Klasse C5.
Lässer entthront mit Para-Weltrekord auch Matthias Brändle als Stundenrekordhalter (Fotos: Jack Griesbeck)
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Die monatelangen akribischen Vorbereitungen auf diesen Tag X haben sich für Franz-Josef Lässer ausgezahlt. Der Steirer, bei dem seit der Geburt vier Finger verkrümmt sind, schaffte bei seinem Rekordversuch auf der Bahn im Tissot Velodrom von Grenchen in der Schweiz das schier unmögliche: 208 Runden und damit knapp über 52 km in einer Stunde.
Lässer entthront Matthias Brändle als Stundenrekordhalter
Das Aushängeschild im heimischen Pararadsport löschte Matthias Brändles Eliterekord von Oktober 2014 aus. Der Vorarlberger fuhr damals 51,852 Kilometer und war damit auch einige Zeit Weltrekordhalter der Elite-Fahrer.
Neuer Weltrekord im Paracycling
Auch die bisherige Bestmarke von Will Bjergfelt, dem britischen Parasportlers der Kategorie C5, aufgestellt im August 2025 mit 51,471 Kilometern, schaffte Lässer klar.

Übrigens, bei den Elite-Fahrern ist mittlerweile der Italiener Filippo Ganna Weltrekordhalter. Am 8. Oktober 2022 legte er - ebenso wie Lässer in Grenchen - eine Fabeldistanz von 56,792 Kilometern in einer Stunde hin.
"Schmerzen, die man nicht in Worte fassen kann!"
Unmittelbar nach seiner Rekordfahrt waren Franz-Josef Lässer, der beim Continental-Team WSA KTM Graz unter Vertrag steht, die Anstrengungen ins Gesicht geschrieben: "Es waren Schmerzen, die man nicht in Worte fassen kann. Die ersten 15 Minuten liefen kontrolliert, dann bekam ich nach 20 Minuten eine Watschn, mit der ich erst so nach 40 Minuten gerechnet hätte. Der Gang war auch eine Spur zu schwer. Aber ich habe versucht die geplanten 52km/h zu fahren, das ist mir gelungen, auch wenn es in der Halle heißer und stickiger war als erwartet. Die Trockenheit war arg, natürlich gibt's auf dem Bahnrad nichts zu trinken. Auch die Position eine Stunde lang zu halten - man fühlt sich durch die Aeroposition fast eingesperrt im eigenen Körper - das war arg. Aber ich konnte bis auf wenige Runden fast durchwegs die perfekte Linie halten, das ist enorm wichtig bei so einem Rekordversuch.

Erfolg dank gezielter Vorbereitung
Schon im Vorfeld befasste sich Lässer intensiv mit dem Rekordversuch und er las viele Bücher, unter anderem eines von Eddy Merckx. "Der große Belgier sagte damals, sein Rekordversuch habe ihm Jahre seines Lebens gekostet. Das kann ich jetzt nachvollziehen. Ich habe während der Stunde so gelitten. In den letzten fünf Runden ging ich dann so tief und konnte doch noch Brändles Rekord knacken."

Dem Rekordversuch ging eine monatelange, akribische Vorbereitung voraus. Neben umfangreichen Leistungsdiagnostiken, aerodynamischen Optimierungen und zahlreichen Trainingseinheiten auf der Radbahn absolvierte Lässer ein mehrwöchiges Hitzetrainingslager, um seine physiologischen Voraussetzungen für die einstündige Maximalbelastung weiter zu verbessern. Und weil ein solches Weltrekordprojekt auch jede Menge Geld kostet, initiierte Lässer eine Crowdfunding-Aktion.
In den letzten Tagen vor dem Rekordversuch standen nur noch zwei abschließende Bahneinheiten auf dem Programm. Jeweils zwei Stunden lang wurde gemeinsam mit einem Derny (Bahnmotorrad) und seinem Trainer die Fahrlinie, das Renntempo und der Fokus für die entscheidende Stunde geschärft.
Quelle: PM/Martin Roseneder
Artikel vom 07.08.2026
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