45. Ötztaler Radmarathon: Tag der Rekorde, Träume erfüllt
4.271 Radsportbegeisterte aus 38 Nationen stellten sich am 30. August 2026 der 45. Ausgabe des Radmarathonklassikers. Neue Streckenrekorde durch die mittlerweile Vierfachsiegerin Janine Meyer und Jack Burke, der zum dritten Mal triumphierte.
Jack Burke gewann mit neuem Streckenrekord (Foto: Ötztal Tourismus/Johann Groder)
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Was 1982 als Abenteuer begann, ist heute längst ein Mythos - geprägt von sportlichen Höchstleistungen, großen Emotionen und persönlichen Geschichten. 227 Kilometer, 5.500 Höhenmeter und vier Alpenpässe führten von Sölden über Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch zurück ins Ziel nach Sölden.
Frauenfeld auf Rekordkurs
Wie stark sich der Ötztaler Radmarathon weiterentwickelt, zeigt auch das Frauenfeld: Mit mehr als 400 Frauen am Start waren das erstmals über 10% Anteil am Gesamtstarterfeld. Zwei neue Höchstwerte, die die starke Entwicklung des Frauenfeldes der vergangenen Jahre unterstreichen.
Gleich acht ehemalige Sieger:innen nahmen den Ötztaler Radmarathon erneut in Angriff. Doch der Mythos lebt nicht nur von Bestzeiten und Siegen, sondern vor allem von jenen, die nach vielen Stunden im Sattel ihren ganz persönlichen Traum vollenden.
„Die wahren Helden sind aber die zahlreichen Träumer, die erst viele Stunden nach den Schnellsten ins Ziel kommen. Sie machen den Mythos des Ötztaler Radmarathons aus. Darunter hatten wir heuer 26 Teilnehmer, die bereits mehr als 20. Mal am Start standen. Herausragend dabei der in Graz lebende Tiroler Martin Strobl, der mit seinen 81 Jahren seinen 36. Ötztaler Radmarathon bestritt", freuten sich die OK-Chefs Heike Klotz und Dominic Kuen.
Spannung an der Spitze - Federspiel riskiert viel
Im Rennen der Herren brachte der erste Anstieg aufs Kühtai die erste Entscheidung, als sich rund 15 Fahrer mit allen Top-Favoriten absetzen konnten. Gemeinsam passierten sie den Brennerpass und am Fuße des Jaufenpasses setzten sich der zweifache Sieger Jack Burke und der ehemalige WorldTour-Profi Toni Palzer ab.
Palzer konnte dem hohen Tempo von Burke nicht folgen und überquerte die Passhöhe mit etwas mehr als einer Minute Rückstand, Vorjahressieger Daniel Federspiel nahm die Abfahrt nach St. Leonhard mit zwei Minuten Rückstand in Angriff. Mit einer waghalsigen Abfahrtsleistung holte „Feder“ Toni Palzer ein und gemeinsam bestritten sie eine knappe Minute hinter Burke das Timmelsjoch.

Foto: Ötztal Tourismus/Johann Groder
Schönster Tag im Leben des Jack Burke
Im Vorjahr attackierte Jack Burke am Jaufenpass und wurde am Timmelsjoch doch noch von Daniel Federspiel gestellt. Genau dieses Szenario drohte auch heute, als Federspiel nur noch wenige Meter hinter Burke lag. Doch der gebürtige Kanadier ließ heuer nichts anbrennen und verschärfte erneut das Tempo. Als Solist passierte er das 2.474 Meter hohe Timmelsjoch und fuhr schließlich einem ungefährdeten dritten Sieg entgegen. Und das mit einem fulminanten Streckenrekord von 6:29:21,2. Damit unterbot er die bisherige Bestzeit des Vorarlbergers Mathias Nothegger (6:47:02,3 Stunden) deutlich. Gleich die besten sechs Männer unterboten Notheggers Rekord, das zeigt wie schnell das Rennen heute war.
Heiratsantrag des Kanadiers - und sie sagte: Ja!
Die zahlreichen Besucher:innen im Zielraum staunten über die Leistungen der Spitzenfahrer, noch mehr allerdings über den spontanen Heiratsantrag von Jack Burke an seine Freundin. Den Ring trug er unter seinem Trikot:
„Ich hatte den Heiratsantrag seit Februar geplant und nur einige Freunde wussten davon. Ich wollte diesen Sieg für meine Melanie holen. Jetzt stehe ich als dreifacher Sieger des Ötztaler Radmarathons und das mit Rekordzeit in Sölden. Das ist der beste Tag meines Lebens.“

Burke widmete seinen dritten Triumph seiner Freundin Melanie, der er im Ziel einen Heiratsantrag machte (Foto: Ötztal Tourismus/Johann Groder)
Auch Daniel Federspiel jubelte über seinen zweiten Platz: „Jack war heute eine Nummer zu stark. Am Timmelsjoch kam ich ihm gefährlich nahe, aber dann hatte ich nichts mehr im Tank.“ Rang drei holte der ehemalige Weltcuprodler und Ötztaler Miguel Brugger, der sich im Ziel wie ein Sieger fühlte.

Herrenpodium: 2. Daniel Federspiel, 1. Jack Burke, 3. Miguel Brugger (Foto: Ötztal Tourismus/Johann Groder)
Toni Palzer mit gelungener Radmarathon-Premiere
Hinter dem italienischen Ex-Sieger Stefano Cecchini landete Ex-WorldTour-Profi Toni Palzer an der fünften Stelle: „Es war so brutal und die Jungs fahren so schnell. Kurz vor dem Jaufenpass habe ich attackiert und nur Jack ging mit. Diese Attacke habe ich dann bitter gebüßt.“ Auf die Frage, ob er wieder nach Sölden kommt: „Ich habe Blut geleckt, ich starte bestimmt wieder in Sölden. Die Stimmung entlang der Strecke war auch ein Traum.“ Hinter dem Italiener Luc Pierantozzi wurde der Osttiroler Alban Lakata Siebenter.

Foto: Ötztal Tourismus/Jakob Zeller
Janine Meyer unschlagbar – vierter Sieg en Suite
Wie in den vergangenen drei Jahren dominierte die Deutsche Janine Meyer von Beginn an das Geschehen. Auch ein Sturz in Innsbruck, wo sie mit ihrem Teamkollegen kollidierte, konnte sie nicht stoppen. Die Kölnerin, aktuell das Non plus Ultra in der internationalen Radmarathonszene, hielt ihre deutschen Landsfrauen Julia Jedelhauser und Eva Schien stets auf Distanz.
Als Krönung für eine fantastische Leistung unterbot die 48-Jährige sogar noch ihren Streckenrekord aus dem Vorjahr mit einer Zeit von 7:15:46,2 Stunden um 7 Minuten: „Am Anfang war es ganz schön schnell. Ich dachte, hinten raus werde ich verlieren. Es war ein harter Tag. Es glaubt mir keiner, aber ich schaue von Berg zu Berg und nicht auf die Zeit. Der vierte Streckenrekord beim vierten Sieg ist ein Wahnsinn!“

Janine Meyer: Vierter Sieg und erneut neuer Streckenrekord (Foto: Ötztal Tourismus/Johann Groder)
Vorarlbergerin Geiger wird beste Österreicherin
Die Deutsche Eva Schien lag das ganze Rennen über an der zweiten Stelle und brachte dieses Ergebnis nach 7:28:10,3 Stunden auch ins Ziel. Am Timmelsjoch schaffte die Vorarlbergerin Melanie Geiger, zweifache Mama und bautechnische Zeichnerin, mit einer beherzten Leistung doch noch aufs Podest! Am Timmelsjoch überholte sie noch die Deutsche Julia Jedelhauser, die lange an der dritten Stelle lag.
„Ich kann es gar nicht fassen, vor lauter Überwältigung habe ich im Ziel geweint. Meine Familie unterstützt mich, das ist phänomenal. Ohne diesen Support würde das nicht funktionieren“, jubelte Geiger in Sölden.

Damenpodium: 2. Eva Schien, 1. Janine Meyer, 3. Melanie Geiger (Foto: Ötztal Tourismus/Johann Groder)
Wenn Spitzensportler selbst zu Träumern werden
Auch bekannte Namen aus dem internationalen Sport stellten sich der Herausforderung. Mit Werner Heel, Manfred Mölgg und Florian Scheiber waren zudem mehrere ehemalige Weltklasse-Skifahrer am Start. Scheiber nahm den Ötztaler bereits zum dritten Mal in Angriff und ist heute Trainer des norwegischen Weltcupteams.
Ebenso startete erneut der ehemalige deutsche Radprofi Jörg Ludewig sowie der amtierende Ultracycling-Weltmeister Lukas Kaufmann. Von den Promis legte wieder einmal der Südtiroler Manfred Mölgg mit 7:25:48,0 Stunden und Gesamtplatz 89. die beste Zeit hin! „Es war wieder zach und schwierig. Heute habe ich echt einige Tränen in Sölden verdrückt, ich bin absolut zufrieden“, sagte Mölgg.

Foto: Ötztal Tourismus/Jakob Zeller
Alle Ergebnisse im Detail auf
datasport.com/de/
anlass/oetztaler-radmarathon-2026/ranking
1.300 Menschen. Eine gemeinsame Verantwortung
Über 1.300 Helfer:innen stehen hinter dem Ötztaler Radmarathon, davon sind viele ehrenamtlich und mit enormem persönlichem Einsatz. Sie sichern die Strecke, betreuen die Labestationen, koordinieren das Rennen und schaffen gemeinsam jene besondere Atmosphäre, die den ÖRM ausmacht.
Dieses Miteinander steht auch für die soziale sowie ökologische Verantwortung, die der Ötztaler Radmarathon übernimmt. Als Partner von Green Events Austria setzt die Veranstaltung auf Müllvermeidung, Mehrwegsysteme, regionale Partner, E-Mobilität und öffentliche Anreise. Auch der Bike4Help-Prolog gehört dazu: Sein Reinerlös unterstützt bedürftige Familien in Tirol. Heuer wurden 6.500€ gesammelt, somit wurden gesamt in den letzten 7 Jahren 35.000€ gespendet.

Start 45. Ötztaler Radmarathon (Foto: Ötztal Tourismus/Jakob Zeller)
2027 wartet der nächste Traum
Nach dem 45. Ötztaler Radmarathon ziehen Heike Klotz und Dominic Kuen eine starke Bilanz – und richten den Blick bereits nach vorne:„Ein herzliches Dankeschön an unser Dream Team mit über 1.300 engagierten Helfer:innen, den treuen Sponsoren und allen Partnern, den unterstützenden Behörden in Österreich und Italien sowie der verständnisvollen Bevölkerung entlang der Strecke. Sie alle tragen dazu bei, dass der Mythos Ötztaler Jahr für Jahr nachhaltig noch stärker weitertransportiert wird – auch wieder beim ÖRM 2027 am 29.08.2027.“

Foto: Ötztal Tourismus/Jakob Zeller
Quelle: PM/Medienservice Ötztaler RM/Martin Roseneder
Artikel vom 31.08.2026
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30.8.2026
Damenpodium: 2. Eva Schien, 1. Janine Meyer, 3. Melanie Geiger (Foto: Ötztal Tourismus/Johann Groder)
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Janine Meyer: Vierter Sieg und erneut neuer Streckenrekord (Foto: Ötztal Tourismus/Johann Groder)
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Herrenpodium: 2. Daniel Federspiel, 1. Jack Burke, 3. Miguel Brugger (Foto: Ötztal Tourismus/Johann Groder)
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Burke widmete seinen dritten Triumph seiner Freundin Melanie, der er im Ziel einen Heiratsantrag machte (Foto: Ötztal Tourismus/Johann Groder)
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Jack Burke gewann mit neuem Streckenrekord (Foto: Ötztal Tourismus/Johann Groder)
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Foto: Ötztal Tourismus/Jakob Zeller
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Foto: Ötztal Tourismus/Jakob Zeller
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Start 45. Ötztaler Radmarathon (Foto: Ötztal Tourismus/Jakob Zeller)
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