Giro delle Dolomiti: Die Meyers küren sich zu den Gesamtsiegern
Die 48. Ausgabe des renommierte Rad-Events führte von 21. bis 25. Juli 2025 rund 400 Teilnehmer:innen in fünf Etappen durch Südtirol. Doppelsieg in der Gesamtwertung für das deutsche Ehepaar Michael und Janine Meyer aus Köln.
Gesamtsieger GDD 2025 Michael und Janine Meyer (Fotos: Sportissimus)
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Bei leicht regnerischem Wetter startete der Giro delle Dolomiti am Montagmorgen bei der Messe Bozen in seine 48. Ausgabe. Für die rund 400 Teilnehmer:innen aus allen Teilen der Welt ging es Richtung Süden ins Südtiroler Unterland, ehe der Aufstieg zum Wallfahrtsort Maria Weißenstein bei Aldein anstand.
Etappe 1: Maria Weißenstein / Pietralba 75 km | 1.529 m
Der zeitgestoppte Abschnitt befand sich auf dem 9,5 Kilometer langen und mit knapp 600 Höhenmetern bestückten Teilstück zwischen der Aldeiner Brücke und der Sportzone von Petersberg kurz vor Maria Weißenstein. Die Bedingungen waren dabei alles andere als einfach: Je höher das Teilnehmerfeld kam, desto dichter wurde der Nebel, außerdem kam es immer wieder zu kurzen Regenschauern.
Bei den Männern siegte auf dem zeitgestoppten Abschnitt ein Lokalmatador: es triumphierte Georg Widmann aus Tramin. Bei den Damen war die Topfavoritin Janine Meyer aus Deutschland eine Klasse für sich. Die Siegerin des letztjährigen Ötztaler Marathons und Kitzbüheler Radmarathons sowie des heurigen Glocknerkönigs platzierte sich im Ziel der Chrono als Zweite des gesamten Teilnehmerfeldes – eine wahre Machtdemonstration.

Janine Meyer in Action

Gesamtzweite Julia Jedelhauser in Action
Etappe 2: Sellaronda / Giro dei 4 passi 107 km | 3.100 m
Der zweite Tag des 48. Giro delle Dolomiti stand am Dienstag bei traumhaften Wetter ganz im Zeichen der Königsetappe. Mit einer Länge von 107 Kilometern und knackigen 3.100 Höhenmetern ging es von Waidbruck aus gegen den Uhrzeigersinn um den berühmten Sellastock, die sogenannte „Sellarunde“. Die Sonne war zu nahezu keinem Zeitpunkt verdeckt und auch die Temperaturen waren perfekt für einen Radtag.
Bei der Chrono auf das Pordoijoch (6,7 Kilometer / 422 Höhenmeter) konnte deshalb nach Herzenslust in die Pedale getreten werden. Am schnellsten war das Deutsche Ehepaar Michael und Janine Meyer.

Michael Meyer auf der Sellaronda

Gesamtdritte Carmen Moser auf der Sellaronda
Etappe 3: Mendel-Gampenpass / Mendola-Palade 92 km | 1.748 m
Auf der Etappe von Bozen über den Mendel- und Gampenpass und über das Etschtal zurück nach Bozen lachte den Teilnehmer:innen des Giro delle Dolomiti am Morgen die Sonne entgegen. Bei sehr angenehmen Temperaturen stand kurz nach dem Start in Bozen auch schon der zeitgestoppte Abschnitt von der Kalterer Höhe auf den Mendelpass (10 Kilometer / 662 Höhenmeter) auf dem Programm. Der knackige Anstieg auf den Übergang zwischen dem Überetsch und dem Nonsberg im Trentino gehört zu den beliebtesten Pässen der Region für Radsportler.
Die Tagesschnellsten waren der Traminer Georg Widmann und die Kölnerin Janine Meyer.

Georg Widmann am Mendelpass
Etappe 4: Stilfserjoch / Passo Stelvio 58 km | 1.867 m
Eines der Highlights hatte der 48. Giro delle Dolomiti am Donnerstag parat. Schließlich ging es von Prad auf das Stilfser Joch, dann wurde nach dem Umbrail Pass mit dem Münstertal auch Schweizer Boden befahren, ehe die vierte Etappe in Glurns endete. Die Chrono führte dabei von Trafoi auf die Königin der Pässe, das Stilfser Joch (13,4 Kilometer / 1161 Höhenmeter).
Zunächst blickten die Organisatoren um ASD-Giro-delle-Dolomiti-Präsidentin Bettina Ravanelli noch besorgt auf diese Etappe. Doch der Wettergott meinte es letzten Endes gut mit den Veranstaltern: Das vorhergesagte Gewitter zog am Morgen durch und gegen 9 Uhr durften Teilnehmer:innen bei guten Bedingungen starten, zwischendurch blickte auch die Sonne durch das sich lockernde Wolkenfeld. Zwar herrschten auf dem auf 2.758 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Stilfser Joch Hochnebel und frische Temperaturen, nass wurde aber niemand und der Durchführung der beliebten Etappe zum 200-jährigen Jubiläum der spektakulären Straße stand Nichts im Wege.
Während Janine Meyer bei den Frauen den vierten Sieg en suite feierte, gab es bei den Männern eine Veränderung. Denn dieses Mal fuhr wieder Janines Ehemann Michael Meyer die schnellste Zeit.
Etappe 5: Seiseralm / Alpe di Siusi 80 km | 1.775 m
Bei der Schlussetappe des Giro delle Dolomiti 2025 gaben sich auch einige prominente Gesichter aus dem Wintersport die Ehre. So nahmen die ehemaligen Skirennläufer Werner Heel und Peter Fill, der aktive Skirennläufer Florian Schieder, der Snowboarder Aaron March, der Kunstbahnrodler Leon Haselrieder und der Telemarker Raphael Mahlknecht allesamt an ihrer Heimetappe teil, alle außer Heel sind schließlich in einer Gemeinde auf dem Hochplateau wohnhaft. Und auch Rainer Senoner, der Chef des legendären Ski-Weltcups in Gröden auf der Saslong, trat ordentlich in die Pedale. Genauso wie Ex-Abfahrtsass Werner Perathoner und Raimund Plancker, lange Jahre Ski-Trainer und jetzt Assistent der FIS-Renndirektoren.
Packender Zweikampf zwischen Michael Meyer und Georg Widmann
Das letzte Teilstück führte von Bozen über Blumau nach Völs und Seis und auf die größte Hochalm Europas, der Seiser Alm. Für ein hochspannendes Finale beim letzten Bergzeitfahren vom Infopoint in St. Valentin hinauf nach Compatsch war gesorgt: Widmann lag vor der letzten Etappe nämlich nur 25 Sekunden hinter dem Deutschen Michael Meyer, beide hatten bis dahin je zwei Etappen gewonnen.
Nach 21.04 Minuten durfte sich Widmann über den dritten Etappensieg freuen. Er überquerte die Ziellinie bei der Huber Schweige. Doch es sollte nicht für den Gesamtsieg reichen, auch wenn es knapper fast nicht hätte sein können. Meyer quälte sich 21 Sekunden nach Widmann über die Ziellinie des 6,2 Kilometer langen und mit 530 Höhenmetern bestückten zeitgestoppten Abschnittes. Damit lag Meyer in der Gesamtwertung vier Sekunden vor Widmann und kürte sich zum Sieger des 48. Giro delle Dolomiti.

Michael Meyer und Georg Widmann
„Georg (Widmann, Anm. d. Red.) und ich haben uns einen unglaublichen Zweikampf geliefert und ich habe mich gefreut, als ich ihn heute beim Start gesehen habe. Den Giro delle Dolomiti einmal zu gewinnen, war schon lange mein Traum, deshalb bin ich jetzt auch super happy“, freute sich Meyer nach der Siegerehrung. Widmann, einer der ersten Gratulanten, gab sich als fairer Verlierer: „Michael ist ein würdiger Gesamtsieger. Er ist mehr als zehn Jahre älter als ich und hat mich ganz schön gefordert. Davor kann man nur den Hut ziehen.“ Der dritte Platz bei der fünften Etappe ging an den Österreicher Andreas Crivellin (21.54 Minuten), der sich außerdem auch zum Gesamtdritten kürte.

Herrenpodium Gesamtwertung: 3. Andreas Crivellin, 1. Michael Meyer, 2. Georg Widmann
Doppelsieg des deutschen Ehepaars Michael und Janine Meyer
Bei den Damen hat Janine Meyer hingegen eindrucksvoll bewiesen, warum sie schon vor dem Start des 48. Giro delle Dolomiti als Topfavoritin galt. Auch die fünfte Etappe gewann die Kölnerin, dieses Mal mit einer Zeit von 22.49 Minuten. Ihre deutsche Landsfrau Julia Jedelhauser war ihr auf dem fünften Teilstück zwar dicht auf den Fersen (22.54 Minuten), insgesamt hat Meyer aber keine Zweifel übriggelassen. Das sieht man auch in der Gesamtwertung: Mit mehr als neun Minuten Vorsprung war die Giro-delle-Dolomiti-Gewinnerin vom Jahr 2022 eine Klasse für sich. „Ich wusste, dass ich gute Chancen habe, zu gewinnen. Aber ich wusste auch, dass ich mich vor der Konkurrenz in Acht nehmen muss. Am Ende ist es gut gegangen, das freut mich sehr“, sagte Meyer nach Abschluss des Giro delle Dolomiti.

Janine Meyer unterwegs auf die Seiseralm
Jedelhauser, die als Titelverteidigerin an den Start gegangen war, holte sich den zweiten Platz im Ranking. Den dritten Rang im Klassement sicherte sich die Sarnerin Carmen Moser, die auch bei der letzten Etappe auf das niedrigste Treppchen des Podiums kletterte (23.38).

Damenpodium Gesamtwertung: 3. Carmen Moser, 1. Janine Meyer, 2. Julia Jedelhauser
48. Giro delle Dolomiti – Gesamtwertung
Top-5 Herren
1. Michael Meyer GER 2:26.35 Stunden
2. Georg Widmann ITA 2:26.38
3. Andreas Crivellin AUT 2:30.55
4. Philipp Sprüssel GER 2:31.26
5. Marco Van Schijndel NED 2:33.12
Top-5 Damen
1. Janine Meyer GER 2:30.47 Stunden
2. Julia Jedelhauser GER 2:39.54
3. Carmen Moser ITA 2:42.36
4. Finja Winterholler GER 3:33.37
5. Irina Krastashevskaia RUS 3:38.47
Ergebnisse alle Etappen und Gesamtwertung:
www.endu.net/it/events/giro-delle-dolomiti-001

Auftakt zum 48. Giro delle Dolomiti
Zufriedene Veranstalter
Über den 48. Giro delle Dolomiti freute sich auch die Präsidentin des ausrichtenden ASD Giro delle Dolomiti, Bettina Ravanelli: „Am Ende hatten wir beim Wetter sogar Glück, auch wenn es am Montag und am Freitag etwas nass war. Das Wichtigste ist aber, dass sich niemand verletzt hat. Ich möchte mich bei all unseren Helferinnen und Helfern bedanken und insbesondere bei unseren Sponsoren, ohne die dieser Giro delle Dolomiti nie und nimmer machbar wäre. Außerdem geht mein Dank auch an alle Sicherheitskräfte und die Gemeinden, die uns bei den nötigen Straßensperren unter die Arme gegriffen haben. Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Ausgabe, Giro delle Dolomiti Nummer 49 im Sommer 2026!“
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Text: PM/Sportissimus
Artikel vom 30.07.2025
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25.7.2025
Herrenpodium Gesamtwertung: 3. Andreas Crivellin, 1. Michael Meyer, 2. Georg Widmann (Foto: Sportissimus)
25.7.2025
Damenpodium Gesamtwertung: 3. Carmen Moser, 1. Janine Meyer, 2. Julia Jedelhauser (Foto: Sportissimus)
25.7.2025
Etappe 5: Janine Meyer unterwegs auf die Seiseralm (Foto: Sportissimus)
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Etappe 4: Michael und Janine Meyer (Foto: Sportissimus)
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Etappe 4: Janine Meyer am Stilfserjoch (Foto: Sportissimus)
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Etappe 3: Michael Meyer und Georg Widmann (Foto: Sportissimus)
23.7.2025
Etappe 3: Georg Widmann am Mendelpass (Foto: Sportissimus)
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Etappe 2: Michael Meyer auf der Sellaronda (Foto: Sportissimus)
22.7.2025
Etappe 2: Carmen Moser auf der Sellaronda (Foto: Sportissimus)
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Etappe 1: Julia Jedelhauser (re.) in Action (Foto: Sportissimus)
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