Rainer Steinberger und Elena Roch sind die Ultracycling-Weltmeister 2025
Der Deutsche Steinberger kam bei der 17. Auflage des Race Around Austria auf der 2.200 Kilometer langen Extrem-Strecke als alter und neuer Weltmeister ins Ziel. Ultracycling-Europameisterin Roch wurde trotz Sturz erstmals Weltmeisterin in dieser Disziplin.
Weltmeister Rainer Steinberger unterwegs im Burgenland (Foto: radmarathon.at)
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Viele Favoriten mussten während des 2.200 Kilometer langen Race Around Austria (RAA), in dessen Rahmen von 11. bis 17. August 2025 erstmals in Österreich die Ultracycling-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde, frühzeitig die Segel streichen: Der amtierende Europameister Dominik Meierhofer stürzte im Burgenland nach einem Sekundenschlaf und musste das Rennen beenden, ebenso wie der favorisierte deutsche Vorjahressieger Sebastian Mayr oder Rudi Steinbichler. Danach erwischte es auch den lange Führenden Tiroler Frederic Pasqualini, der dem Schlafentzug Tribut zollen musste. Damit war der Weg frei für den 49-jährigen Deutschen Rainer Steinberger. Aber er ist natürlich kein Zufallsweltmeister, denn schon im Vorjahr eroberte er beim Race Around Poland den WM-Titel. Nach 3 Tagen 17 Stunden 4 Minuten siegte Steinberger klar vor dem Mühlviertler Michael Hofer.
Sieg dank taktischer Meisterleistung
Steinberger gewann das Race Around Austria, das emotionalste Radrennen Österreichs, bereits 2019 und 2021, damals mit einer Zeit von 3 Tagen 15 Stunden 19 Minuten. "Ich wollte heuer unbedingt schneller fahren, aber ich verpasste wegen der brutalen Bedingungen meinen Rekord um knapp zwei Stunden. Aus taktischer Sicht fuhr ich sicher besser als alle anderen. Die sind da vorne ja weggebrochen wie die Schmeissfliegen. Mein Rennen begann ab dem Kühtai so richtig. Es war brutal schwer wegen der Hitze, aber Doppelweltmeister klingt jetzt nicht schlecht", sagte der Oberpfälzer, der bei seinem vierten RAA-Start seinen dritten Sieg feierte.
Michael Hofer aus Julbach siegte 2023 beim RAA 1500 und zählte bei der Weltmeisterschaft zum Favoritenkreis. Dem wurde der 42-jährige Hausmeister mit einem starken zweiten Platz und einer Zeit von 3 Tagen 20 Stunden 47 Minuten gerecht. "Ich fuhr zum ersten Mal das Race Around Austria und habe nie aufs Ergebnis geschaut. Ich wollte ein für mich starkes Rennen fahren - und das ist mir gelungen", freute sich der neue Vizeweltmeister Hofer im Ziel. In der Männerwertung platzierte sich der Schweizer Marco Rieder in 4d 10h 9m vor dem Polen Marek Rupinski auf den 3. Platz und holte sich damit den Weltmeistertitel in der Klasse über 50.

Vizeweltmeister Michael Hofer am Großglockner (Foto: RAA/Anze Furlan)
Elena Roch trotz Sturz erstmals Weltmeisterin
Im Vorjahr ging der Stern von Elena Roch auf, als sie beim Race Around Austria nicht nur ihr erstes großes Ultracycling-Rennen sondern auch die Overall-Wertung gewann. Seither fährt sie von Sieg zu Sieg, holte sich in diesem Jahr beim Race around Niederösterreich den Europameistertitel und nach 2.200 Kilometern und 30.000 Höhenmetern rund um Österreich erreichte sie das Ziel in St. Georgen im Attergau.
Während bei den Männern viele Favoriten auch aufgrund der großen Hitze die Segel frühzeitig streichen mussten, knackte Roch mit 3 Tagen 22 Stunden 57 Minuten auch die magische Viertagesgrenze. Den Streckenrekord der Schweizerin Nicole Reist von 2021 verpasste sie knapp. Die Hollabrunnerin war mit ihrer Zeit gleich um drei Stunden schneller als im Vorjahr. Sie lieferte sich mit der Deutschen Tina Büttner ein spannendes Duell bis zum Schluss. Büttner holte mit der tollen Zeit von 3 Tagen 23 Stunden 45 Minuten WM-Silber. Die Deutsche Christine Waitz belegte in 5d 6h 41m den 3. Platz.

Weltmeisterin Elena Roch in ihrer Tiroler Wahlheimat (Foto: Alexander Zauner)
Schwerer Sturz am Dientner Sattel - Zum Nähen statt Sektdusche
Elena Roch, die am 11. August ins RAA startete und da auch ihren 32. Geburtstag feierte, drückte dem Renen von Beginn an den Stempel auf. "Es war mental richtig hart in der ersten Hälfte, vor allem der flache, monotone Teil im Burgenland. Die große Herausforderung in diesem Jahr war sicher die große Hitze. Aber mein Team hat tolle Arbeit geleistet und mich immer gut runtergekühlt", sagte Elena auf der imposanten Zielrampe im Attergau.
Für eine Schrecksekunde sorgte sie rund 100 Kilometer vor dem Ziel, bei der Abfahrt vom Dientner Sattel nach Bischofshofen. "Es war eine schnelle Abfahrt und fast ganz unten übersah ich ein Schlagloch und machte einen Salto über den Lenker. Meine Betreuer überprüften sofort die Verletzungen und ob das Rad auch noch fahrbar ist. Der Zeitfahraufleger war kaputt, aber nach einer notdürftigen Verarztung der Schürfwunden an den Händen, Fingern und am Kinn beschlossen wir weiterzufahren", erläutert Roch, die im Ziel statt der Sektdusche zur Rettung musste, wo ihr Kinn genäht wurde.

Elena Roch: Kühlen, kühlen, kühlen (Foto: Alexander Zauner)
Emotionaler Moment bei Zieleinlauf - Podium auch in Overall-Wertung
"Das war mein zweiter Start beim Race Around Austria. Ich habe mir heuer viel schwerer getan als 2024: Erstens die Hitze und ich hatte auch mehr körperliche Beschwerden. Aber die Zieleinfahrt nach St. Georgen, wo ich von einem Motorrad mit der Österreich-Fahne begleitet wurde, war schon sehr emotional. In den letzten vier Tagen ist so viel passiert, ich muss das alles jetzt einmal verarbeiten", schließt Elena, die während der vergangenen vier Tage eine Schlafzeit von 2 Stunden 45 Minuten Stunden ablieferte! In der Overall-Wertung landete Roch hinter Steinberger und Hofer an der dritten Stelle.

Vizeweltmeisterin Tina Büttner kommt ins Ziel (Foto: RAA/Martin Granadia)
Kaufmann/Brandl siegen bei Zweierteams
Als schnellstes 2er-Team über die 2.200 Kilometer lange Distanz des Race Around Austria gewannen die beiden Race Across America-Helden Markus Brandl und Lukas Kaufmann vom Team sportplusmedizin mit einer Zeit von 3 Tagen 31 Minuten.
"Wir haben sehr gut harmoniert und haben alle 40 Minuten gewechselt. Nach dem RAAM in diesem Jahr war es eine große Belastung, aber es lief von Stunde zu Stunde besser und ich fand wieder einen guten Rhythmus", sagte der zweifache RAAM-Zweite Lukas Kaufmann. "Die Strecke rund um Österreich ist wunderschön – mein persönliches Highlight war die Befahrung der Großglockner Hochalpenstraße mitten in der Nacht ohne Verkehr und der Arlberg-Pass. Mit dem Wetter hatten wir während dem Rennen auch ganz großes Glück, wir sind fast nie nass geworden. Mein Druck am Pedal war immer gut und wurde gefühlt mit der länge des Rennens immer besser!"
Das Mixed-Team SteindlzumQuadrat mit Stefanie und Markus Steindl finishte in 3 Tagen 23 Stunden 8 Minuten.

RAA Sieger Zweierteams Lukas Kaufmann und Markus Brandl (Foto: Lukas Kaufmann)
Bei den Viererteams gab es für das Highwood-RCC-Racing-Team mit einer Zeit von 2 Tagen 13 Stunden 33 Minuten einen überlegenen Sieg. Das Quartett Markus Geier, David Zechleitner, Dominik Zechleitner und Peter Huber feierten anschließend ausgiebig im Zielbereich. Team Kurbeltiere mit Christoph Königslehner, Hubert Kickinger, Peter Koch und Bernhard Hintringer finishte in 3 Tagen 9 Stunden 10 Minuten.

Viele Fans rund um Österreich säumten wieder die Strecke (Foto: RAA/Anze Furlan)
Heimsieg durch Simon Harringer beim RAA 1.500
Der Ampflwanger Kapellmeister siegte bei seiner Premiere über die "Mini-Variante" des RAA über 1.500 Kilometer mit einer Fahrzeit von 2 Tagen 12 Stunden 13 Minuten. Simon ist ein Vorzeigesportler im Hobbybereich, was nicht immer so war: "Ich war als Kind sehr sportlich, aber in der Jugend habe ich mich mit Fortgehen, Alkohol und Rauchen gehen lassen. Mit meinem ersten Gehalt habe ich mir dann ein Bike gekauft und alles umgestellt - auf Sport und gesunde Ernährung. Seit zwei Jahren fahre ich Ultra-Rennen und ich freu mich total über diesen Sieg, es war für mich das perfekte Rennen."
In den letzten zweieinhalb Tagen schlief Simon einmal eine Stunde, in der letzten Nacht lediglich 20 Minuten! Der ehemalige "130kg Mann" wird von Max Kinzlbauer, der neben Elena Roch auch viele heimische Ultracycling-Athleten trainiert, betreut.
Auf Rang 2 platzierte sich Thomas Krutis (2d 15h 13m) und auf Rang 3 Nicolas Kiesel (GER, 3d 2h 37m).

RAA 1500er-Sieger Simon Harringer geht ins Rennen (Foto: RAA/Katja Pokorn)
Bei den Damen kam Yvonne Margraf (GER) nach 2 Tagen 23 Stunden 35 Minuten ins Ziel, in der Overall-Wertung wurde sie damit Dritte.

RAA1500 Siegerin Yvonne Margraf (Foto: RAA/Katja Pokorn)
Challenge Sieger Berchtold mit zweitbester Zeit der Geschichte
Er ist ein Vorarlberger, der in Salzburg arbeitet und dessen Herz für die Steiermark schlägt. "Globetrotter" Johannes Berchtold hat mit dem Sieg bei der 560 Kilometer langen und mit 6.500 Höhenmetern gespickten Race Around Austria Challenge rund um Oberösterreich den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Mit einer Fahrzeit von 16:07 Stunden lag er nur knapp hinter der Rekordmarke von Christoph Strasser mit 15:54 Stunden aus dem Jahr 2018. Als Zweiter erreichte der Salzburger Franz Scharler aus Uttendorf mit 17:12 Stunden das Ziel, Dritter wurde Daniel Kapeller in 17:46 Stunden.
"Dieses Rennen ist unglaublich hart. Am Hengstpass, nach rund drei Stunden Fahrzeit, merkt man, ob man zu schnell begonnen hat. Aber es lief super. Zwischenzeitlich war ich nur drei Minuten hinter Strassers Streckenrekord. Aber hinten raus hat er 2018 voll zugelegt, deshalb hatte ich keine Chance auf eine neue Bestmarke. Aber ich bin absolut happy", sagte Berchtold im Ziel.

Johannes Berchtold gewinnt die RAA Challenge (Foto: RAA/Martin Granadia)
Daniel Kapeller, Obmann des Wagram Cycling Teams, hat mit einem starkem Auftritt erneut bewiesen, dass man es auch als Hobbysportler mit Disziplin, Teamgeist und klarer Rennstrategie auf das Podest bei einem der anspruchsvollsten Radrennen Österreichs schafft. Kapeller, der heuer im Mai beim Race Around Niederösterreich den Gesamtsieg einfahren konnte, holte sich in einer Fahrzeit von 17 Stunden und 46 Minuten bei der RAA Challenge den 3. Gesamtrang – eine beachtliche Leistung, vor allem bei den extrem heißen Temperaturen während des Rennens.
„Die Hitze hat uns wirklich alles abverlangt“, so Kapeller. „Aber mein Team hat perfekt gearbeitet, die Ernährung hat gepasst, und ich konnte bis zum Schluss durchziehen.“ Besonders hebt Kapeller die Rolle seines Teams sowie die bewährte Ernährungsstrategie mit NoCarbs NoGlory hervor: „Ohne diese perfekte Abstimmung wäre so ein Ergebnis nicht möglich gewesen – das hat uns bis zum letzten Kilometer Power gegeben.“
Kapellers Wagram Cycling Team organisiert am 14. September 2025 in Kirchberg am Wagram (NÖ) die fünfte Auflage des Sturmkriteriums.

Daniel Kapeller (Bild: Wagram Cycling Team)
Bei den Damen siegte Marlena Höretzeder in 24:32 Stunden vor Nina Müller (25:23) und Victoria Laski (26:55).

Siegerin RAA Challenge Marlena Höretzeder (Foto: RAA/Martin Granadia)
Bei der Team Challenge rund um Oberösterreich siegte wie bereits 2023 das Duo um den amtierenden Amateur-Zeifahrmeister Daniel Hochstraßer und Wolfgang Götschhofer (Team RSV Atterbiker). Sie konnten ihre Zeit um 30 Minuten auf 14:27 Stunden verbessern. Dahinter die Teams Bauauf - LAWI (Frank Kobel/Sebastian Blanke, 14:58) und 1OF1 Cycling Team (Wolfgang Krenn/Florian Seer, 15:01).

Daniel Hochstraßer und Wolfgang Götschhofer gewinnen die Teamchallenge (Foto: RAA/Martin Granadia)
In der unsupported-Wertung rund um Oberösterreich triumphierte Julian Schober (18:49h) vor Markus Rudisch (19:03) und Thomas Haderer (19:46). Schnellste Dame in dieser Kategorie war Petra Wagner in 25:22h.
Alle Ergebnisse
auf race.perfect-tracking.com/race/raa2025/ergebnisse.
Ultracycling-Weltmeisterschaft auch 2026 in Österreich!
Die nächste Ausgabe des Race Around Austria mit Start und Ziel in St. Georgen im Attergau wird von 10. - 16. August 2026 ausgetragen.
Text: PM Medienservice Race Around Austria/Martin Roseneder, radmarathon.at
Artikel vom 18.08.2025
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August 2025
Weltmeister Rainer Steinberger unterwegs im Burgenland (Foto: radmarathon.at)
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RAA 1500er-Sieger Simon Harringer geht ins Rennen (Foto: RAA/Katja Pokorn)
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RAA1500 Siegerin Yvonne Margraf (Foto: RAA/Katja Pokorn)
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