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Salzkammergut MTB Trophy

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Christoph Strasser neuer Weltmeister im Ultraradmarathon

Extremradsportler Christoph Strasser sorgt in der Langstreckenszene weiterhin für Furore. Der 24-jährige Kraubather feierte beim Glocknerman seinen bisher größten Erfolg!

Christoph Strasser am Anstieg zum Großglockner

Christoph Strasser am Anstieg zum Großglockner

Die Ultramarathon Weltmeisterschaft 2007 im Rahmen des Glocknerman sorgte für gewaltige Spannung. Am Start des 1010km langen und mit 16000Höhenmetern gespickten Rennens standen viele bekannte Namen, wie etwa der 24 Stunden Weltrekordhalter Marko Baloh aus Slowenien, der Schweizer Thomas Ratschob, der Deutsche Rainer Popp, sowie die Brüder Gernot und Horst Turnowsky und Franz Preihs aus Österreich.

Nach dem Start am Grazer Karmeliterplatz führte die Strecke über Südkärnten auf den Großglockner, der zweimal bezwungen werden musste, und zurück.
Das Anfangstempo war sehr hoch, doch bei jedem Anstieg mussten ein paar Fahrer abreißen lassen und fielen zurück. Bald hatten sich die Favoriten Baloh, Ratschob und Strasser abgesetzt und fuhren in die erste Nacht Richtung Nationalpark Hohe Tauern.

Am ersten Anstieg zum Großglockner attackierte Baloh und löste sich kurzfristig von der Spitzengruppe. Während Ratschob nicht reagieren konnte und zurückfiel, erhöhte auch Strasser das Tempo und holte den Slowenen noch vor der Passhöhe wieder ein. Obwohl er die Passhöhe als erster erreichte einigte man sich auf eine gemeinsame Weiterfahrt um die vierköpfige Verfolgergruppe auf Distanz zu halten.
So verlief das Rennen danach recht ruhig, die beiden wechselten sich in der Führungsarbeit ab und arbeiteten perfekt zusammen, sodass der Vorsprung auf die Verfolger auf knappe zwei Stunden anwuchs. „Es hatte jeder seine kleinen Probleme und Durchhänger, aber wir wussten, dass wir zusammen bleiben sollen, das ist das beste für jeden von uns. Marko hatte auch beim zweiten Anstieg zum Glockner Probleme, aber ich wartete auf ihn, gleich wie er auf mich wartete, als ich wegen Magenproblemen zwei kurze Pausen einlegen musste. Außerdem waren wir so gut in der Zeit, dass wir uns noch eine Chance ausrechneten den Streckenrekord zu verbessern.“

Die endgültige Entscheidung um den Weltmeistertitel fiel im Anstieg von Lavamünd auf die Soboth. Strasser konnte hier nochmals seine letzten Energiereserven mobilisieren und seinen Konkurrenten auf beeindruckende Art und Weise abhängen. Als der junge Österreicher, der während des ganzen Rennens vom vierköfigen Filmteam von Groox begleitet wurde, von Fans und Betreuern angetrieben den 10% steilen Anstieg hinaufjagte, kämpfte Baloh mit dem totalen Einbruch und fiel fast vom Rad. Mit 15 Minuten Vorsprung und dem neuen Streckenrekord vor Augen nahm Strasser die letzten 85 Kilometer in Angriff.

„Die letzten Stunden waren das härteste was ich jemals erlebt habe! Erst fuhr ich die Soboth total am Limit, ich habe mich dabei so konzentriert dass ich ein „Runner’s high“, einen tranceähnlichen Zustand erlebte. Und dann war es doch noch immer irrsinnig weit bis ins Ziel, vor allem standen mit dem Kitzeck und dem südsteirischen Hügelland noch viele Höhenmeter bevor. Doch ich habe versucht alle Gedanken auszuschalten und einfach nur so schnell zu fahren wie irgendwie möglich. Es war gut, dass meine Betreuer streng mit mir umgingen, sonst hätte ich diese tolle Zeit niemals ins Ziel gebracht!“

2:45 Stunden später und kurz nach Mitternacht fuhr das komplette Team laut jubelnd ins Ziel beim Schwarzl Freizeitzentrum in Graz. Der Streckenrekord des Schweizers Daniel Wyss wurde um vier Minuten verbessert, der Vorsprung auf Baloh wuchs durch das fulminante Finale noch auf 1:40 Stunden. Der neue Weltmeister im Ultraradmarathon Christoph Strasser am Ende seiner Kräfte aber überglücklich:
„Wow, ich kann es kaum fassen. Was sich in den letzten Stunden abgespielt hat war unglaublich. Ich hatte vom Start weg sehr hoch gepokert, bin das Tempo der Spitzengruppe immer mitgegangen, obwohl ich wusste, dass ich mich bei den ersten drei Bergen im dunkelroten Pulsbereich aufhielt. Außerdem wusste ich, dass auch die anderen am Limit gefahren sind und kurz vor einem Einbruch standen. Dass es mir im Finale noch so gut ging war eine Frage der geistigen Fähigkeiten und des festen Glaubens an den Sieg. Auch meine Betreuer mit Mentalcoach Thomas Jaklitsch arbeiteten perfekt und konnten mich immer wieder motivieren.“
„Jetzt bin ich Weltmeister, habe Marko Baloh geschlagen, mich vorzeitig fürs RAAM qualifiziert und als jüngster Fahrer den Streckenrekord beim Glocknerman verbessert. Was soll ich da noch sagen? Zur Zeit läuft es einfach genial…!“
www.christophstrasser.at

der Glocknerman 2007 in Zahlen: 1010km mit 16000Hm

1. Christoph Strasser AUT 36:19 h 27.81 km/h
2. Marko Baloh SLO 37:58 h 26.60 km/h
3. Thomas Ratschob SUI 39:12 h 25.77 km/h
3. Horst Turnowsky AUT gl.Z. 25.77 km/h
3. Gernot Turnowsky AUT gl.Z. 25.77 km/h
3. Franz Preihs AUT gl.Z. 25.77 km/h

Artikel vom 11.06.2007

 

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